Sonntag, 12. März 2017

Brücken- Schoppen-Saison auf der „Alde Meebrück“ ist eröffnet

Auf der Alten Mainbrücke brodelt es wieder zwischen den Brückenheiligen - die Brücken-Saison ist eröffnet.



Sonntag, 12. März 2017

Es ist Sonntagabend. Der Tag war wunderschön in Würzburg. Ich war auf der Brücke und richtig beeindruckt, "wieviel Leut' da worn". Alle haben sicherlich nicht unseren Aufruf zur Brückeneröffnung gelesen. Ganz im Gegenteil. Nur wir hatten rechtzeitig die Saison eingeläutet, "weils Wetter danach war". Zwei Musiker haben Stimmung gemacht. Ich habe zum Wasserfall hinab gestarrt und beobachtet. Jede Sekunde ist anders. Und das Wasser ist tosend. Ich wünschte mir ein Mikrophon um Musik und tosenden Wasserfall festzuhalten. Es waren wunderbare Augenblicke.

Freitag/Samstag: 10./11. März 2017

Brücken-Schoppen-Saison auf der „Alde Meebrück“ ist eröffnet
Autor: Gerhard Brand, Würzburg

Es ist wieder soweit. Mir könne wieder Schoppe pfetz. Zwischen Brückenheiligen, Scheinheiligen und Brückenschwalben -- so das Gedicht vom Bendel-Horst -- sind wieder Touristen aus aller Herren Länder zu finden. Japaner, Chinesen, Schwaben, „auch Sochs’n aus Dräsd’n“ die zum „Kiggers“-Spiel gegen Dynamo kommen. Der Brückenschoppen eint alle. Auf der „Alten Mainbrücke“ in Würzburg brodelt es. Man spürt und hört die Globalisierung. Tauberfranken reden ihr fränkisches Schwäbisch, Oberpfälzer rufen „wou na“ und suchen das Fensterchen, bei dem in der Mainmühle von Jan Endres der Wein ausgeschenkt wird. Die Sonne meint es gut mit uns - der Himmel wird blau. Und wir nicht. Und unser Punk, der vom Chinesischen ins Japanische übersetzt, ist auch wieder da: „Lei mer emal a Mark“, fragt er.

Das ist der Punk von der "Alten Mainbrücke" in Würzburg

Die Sachsen aus Dresden sind ganz und gar nicht von PEGIDA oder der AfD. Es sind nette Dynamo-Fans. Offen und neugierig. „Trinkt ihr hier immer auf der Brücke einen Wein“, hatten sie den Herrn Chef-Redakteur, diesmal im eleganten Wintermantel gefragt. Und der schlägt gleich vor, dass man doch das „Blaue Wunder“ in Dresden auch zu einem Freiluft-Winzer-Garten umfunktionieren könnte. Wir Würzburger exportieren unsere Ideen, wollen aber dafür auch bezahlt werden.




Für die Redaktion der Giemaul-Post und der Meeviertel-News hat aber auch wieder die Zeit begonnen, wo man Freunde trifft und sich um 18 Uhr oder schon vorher auf der Brücke einfinden kann. Da kommen die jungen Studenten aus der Rottendorfer Straße - und versuchen einem die Welt zu erklären. Dabei kennen die jungen Studenten weniger die Welt, als ihre narrische Internet- und Uni-Wirklichkeit. Und der Fasching ist schon längst vorbei. Wir haben die Fastenzeit. Aber uns als „Teilzeit-Veganer“ macht das nichts aus. Wir leben das ganze Jahr über bescheiden und suffizient, wie die Leute vom Würzburger Bergwald-Projekt uns erklären. Der Paul ist auch wieder da, auch der Herr Rechtsanwalt, der Stadtrat und die Frohnatur aus dem Rheinischen, die muntere Faschings-Prinzessin aus Rimpar ebenso wie Frauen aus dem Spessart und der Rhön. Und natürlich auch die Weiblichkeit aus dem Rathaus: die bürgernahe Stadtverwaltung. Auf der Brücke trifft man viele Freunde und Freundinnen, Scheinheilige und Brückenschwalben.


Auf der „Alten Mainbrücke“ spürt man auch die Geschichte. Man ist mittendrin. Die Brücke ist eine Klammer von Vergangenheit und Gegenwart. 1631 haben die Schweden die Festung nicht nur gestürmt, sondern auch genommen. Der eine oder andere wurde dabei verletzt und getötet. Der Würzburger Fürstbischof hatte schon kurz vorher das Weite gesucht und die Würzburger Stadtbevölkerung hatte wie das kluge Schweinfurt mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf, seinem Obristen mitsamt dem erfolgreichen Heer einen Pakt geschlossen. Das alles spürt man irgendwie zwischen den Brückenheiligen. Man ist Teil des Flusses der Geschichte. Die Brücke ist lebendige Geschichtskultur und weckt historisches Bewußtsein. Regt zu Fragen und Antworten an. Das gibt Orientierung für die Zukunft.

Montag, 27. Februar 2017

Karneval und Fasching auf der "Alten Mainbrücke"

Trendstudie:
Fasching und Karneval sind ein globales Phänomen mit regionalen Schwerpunkten
  
In diesem Jahr war ich wieder beim Würzburger und Heidingsfelder Fasching mit dabei. Das nennt man interdisziplinär wissenschaftlich auch "teilnehmende Beobachtung". Die teilnehmende Beobachtung ist eine systemtheoretisch orientierte, ethologische und ökonomische Methode bzw. Recherchemethodik. Dahinter steht die Idee, dass Beobachtung nicht vom Miterleben zu trennen ist, auch nicht von der Teilhabe am Lebensalltag getrennt werden darf. (Hahn: Ethnologie, S. 73) Professionalität bedeutet in diesem Kontext, der stetige Wechsel von Teilnehmen (also Miterleben) und Beobachten. Ich habe also mitgefeiert, mit der Giemaul-Post bzw. den Brückenheiligen journalistisch und ökonomisch teilgenommen. Im Rahmen der Trendstudien über den "Wirtschaftsstandort Mainfranken" habe ich natürlich auch befragt, also Interviews mit Zuschauern, Geschäftsleuten, Narren und Journalisten durchgeführt.

Theoretischer Hintergrund ist ein philosophisch angehauchte Ausgangsthese: Die Wirklichkeit des Würzburger und Heidingsfelder Faschings ist nicht wahr. Die Realität ist anders. Es ist der Versuch die Philosophie Heinrich Rombachs am Beispiel des Würzburger Faschings zu überprüfen oder zumindest beides die Strukturontologie Rombachs und den Würzburger Fasching  besser zu verstehen und einzuschätzen: kognitiv und ästhetisch und  auch ökonomische Konsequenzen zu ziehen.


Fastnachts-Umzug in Nürnberg | Bild: Bayerischer Rundfunk
Fasching in Franken - Würzburger Faschingszug 2017 - Quelle: BR



Fasching oder Karneval ist ein globales Phänomen. Musik und Verkleiden sind ein wichtiges Element der weltweiten Bräuche. Der Karneval in Venedig kennt vor allem die eleganten Kostümierungen und ist vor allem für Oberitalien charakteristisch. Ähnlich auch in Kanada der Karneval in Quebec. Die Karnevalsumzüge mit Masken und viel eigenständiger lateinamerikanischer Musik in Rio, sind bekanntestes Fest in Lateinamerika. Ebenso wie der Karneval von Oruro steht Rio für ein aufwendig und lebensbejahenden Brauchtum. Der brasilianische Karneval ist ebenso lebensbestimmend wie gesellschaftlich verbindendes Brauchtum.

All jene weltweit zu beobachtenden Bräuche, die vor der katholisch-christlichen Fastenzeit -- sie dauert dann sechs Wochen -- gefeiert werden nennt man unterschiedlich: Karneval, Fastnacht, Fasching, Fastelovend, Fasteleer, Fasnet, Fastabend oder schlicht die fünfte Jahreszeit. Die Bräuche enden punkt 24 Uhr am Faschingsdienstag, denn die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch. Das Christentum bereitet sich auf das Osterfest vor.

In deutschen (Regional-)Kulturen haben die Strukturen im Rheinland, in Franken und die schwäbisch-alemannische Fastnacht den Leuchtturmcharakter. Diese "Hochburgen" werden vor allem seit den 50-iger und 60-iger Jahren medial vermarktet: "Mainz wie es singt und lacht" hat die kleine Großstadt am Rhein bekannt gemacht. Etwas nordöstlich in Belgien ist der Mittfasten-Karneval am Sonntag in Laetare in Stavelot bzw. der belgischen Ostkantone verbreitet. Zurück im Rheinland streiten sich Köln und Düsseldorf um die rheinische Karnevals-Krone: Heisst es jetzt Helau wie in Düsseldorf oder doch Alaaf wie in Köln? Ob dieses Brauchtum den Karneval im afrikanischen Namibia angeregt hat ist zu vermuten. Denn nicht nur in Windhoek, sondern auch in anderen Städten wird Karneval gefeiert, aber ohne die Zeiten der (Vor-)Fastenzeit einzuhalten.  Europäisch bestimmend ist auch der Karneval in Spanien z.B. der Karneval von Santa Cruz de Tenerife und der Karneval in Cádiz. Der Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag) in New Orleans in den USA steht für eine lebendige französisch-orientierte Tradition des Karnevals in den Südstaaten der USA.

Trendstudie: Fasching und Karneval sind ein globales Phänomen mit regionalen Schwerpunkten
Fastnachts-Umzug in Nürnberg | Bild: Bayerischer Rundfunk
Fasching in Franken - Würzburger Faschingszug 2017 - Quelle: BR



Fasching oder Karneval ist ein globales Phänomen. Musik und Verkleiden sind ein wichtiges Element der weltweiten Bräuche. Der Karneval in Venedig kennt vor allem die eleganten Kostümierungen und ist vor allem für Oberitalien charakteristisch. Ähnlich auch in Kanada der Karneval in Quebec. Die Karnevalsumzüge mit Masken und viel eigenständiger lateinamerikanischer Musik in Rio, sind bekanntestes Fest in Lateinamerika. Ebenso wie der Karneval von Oruro steht Rio für ein aufwendig und lebensbejahenden Brauchtum. Der brasilianische Karneval ist ebenso lebensbestimmend wie gesellschaftlich verbindendes Brauchtum.

All jene weltweit zu beobachtenden Bräuche, die vor der katholisch-christlichen Fastenzeit -- sie dauert dann sechs Wochen -- gefeiert werden nennt man unterschiedlich: Karneval, Fastnacht, Fasching, Fastelovend, Fasteleer, Fasnet, Fastabend oder schlicht die fünfte Jahreszeit. Die Bräuche enden punkt 24 Uhr am Faschingsdienstag, denn die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch. Das Christentum bereitet sich auf das Osterfest vor.

In deutschen (Regional-)Kulturen haben die Strukturen im Rheinland, in Franken und die schwäbisch-alemannische Fastnacht den Leuchtturmcharakter. Diese "Hochburgen" werden vor allem seit den 50-iger und 60-iger Jahren medial vermarktet: "Mainz wie es singt und lacht" hat die kleine Großstadt am Rhein bekannt gemacht. Etwas nordöstlich in Belgien ist der Mittfasten-Karneval am Sonntag in Laetare in Stavelot bzw. der belgischen Ostkantone verbreitet. Zurück im Rheinland streiten sich Köln und Düsseldorf um die rheinische Karnevals-Krone: Heisst es jetzt Helau wie in Düsseldorf oder doch Alaaf wie in Köln? Ob dieses Brauchtum den Karneval im afrikanischen Namibia angeregt hat ist zu vermuten. Denn nicht nur in Windhoek, sondern auch in anderen Städten wird Karneval gefeiert, aber ohne die Zeiten der (Vor-)Fastenzeit einzuhalten.  Europäisch bestimmend ist auch der Karneval in Spanien z.B. der Karneval von Santa Cruz de Tenerife und der Karneval in Cádiz. Der Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag) in New Orleans in den USA steht für eine lebendige französisch-orientierte Tradition des Karnevals in den Südstaaten der USA.

In der Fasching in Mainfranken ist der rheinischen Faschingstradition sehr ähnlich. Warum - da streiten sich die Geister. Denn bereits im 18. Jahrhundert wurde der Faschingsumzug in Würzburg historisch belegt. Im Schnitt sind es am Faschingssonntag so zwischen 80.000 bis zu 200.000 Besuchern. Derartig große Umzüge gibt es in Deutschland sonst nur im Rheinland: mit Prunk- und den, Motivwagen und "Bombom"-werfen (wie Kamellewerfen in Köln und Düsseldorf). In der ehemaligen Königsstadt Heidingsfeld, einer Vorstadt Würzburgs -- manche meinen sogar umgekehrt - findet am Faschingsdienstag eine kleinere, weniger kommerzielle Version des Würzburger Umzugs statt: Die Bombenstimmung in den Kneipen, Gaststätten und auf den Party-Veranstaltungen in den Vereinen, Privatwohnungen und sogar Altersheimen spricht für den Stadtteil. Der Wettbewerb der Städte ist in Mainfanken ebenso wie im Rheinland ausgeprägt: einen ähnlichen Faschingszug gibt es am gleichen Tag in Schweinfurt,  in Karlstadt im Landkreis Main-Spessart zählt man am Faschingssonntag 60 bis 80 Gruppen und Motivwagen.  Besonders engagiert ist man in der kleinen Faschingshochburg Rieneck bei Gemünden. Der Ort mit ca. 2.000 Einwohner hat bis zu 10.000 Besucher am Fasenachtsdienstag; und 60-80 Gruppen bzw. Motivwagen. Und zudem: in den meisten Ortschaften in Mainfranken gibt es eigene Karnevalsgesellschaften, die kleinere Umzüge in der Faschingszeit organisieren.

Ein weiterer Höhepunkt in der fränkischen Fastnacht sind die Prunksitzungen, die ebenfalls von den Karnevalsgesellschaften der einzelnen Gemeinden ausgerichtet werden. Die bekannteste fränkische Sitzung ist die „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim, die vom Fastnacht-Verband Franken veranstaltet und ebenfalls vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wird.
In Uettingen hat sich eine Tradition entwickelt, bei der früher am Faschingsdienstag zwei konkurrierende Burschenschaften durch das Dorf zogen und die Geschehnisse des Jahres und Untaten der jeweils anderen Burschenschaft in Reimform teilweise hoch zu Pferd vortrugen. Heute wird beim jährlichen Faschingsumzug von der Uettinger Jugend eine Faschingszeitung verkauft, welche diese Tradition fortsetzt. Außerdem ist aus dem Süden die Welle der Faschingsbälle nach Würzburg geschwappt

Sonntag, 29. Januar 2017

Mir gehts wieder besser - Hexenschuß und Erkältung, die Nase läfft un ich bell wie ein Hund

Samstag, 25. Febr. 2017

Am Freitag war ich bei der Ärztin meines Vertrauens in Heidingsfeld. Erstens, weil sie sorgfältig als Hausärztin ist und auch das Umfeld der Gemeinschafts-Praxis seit Jahren stimmt. Zweitens, habe ich entdeckt, dass sie sehr kompetent und sympathisch ist. Anfangs wollten "alteingesessene Hätzfelder" nicht zu einer Frau, sondern lieber "zum Mann". Deshalb habe ich mich anders entschieden. Obwohl die Männer auch hervorragend sind, wollte ich der jungen Frau eine faire Chance geben. Und? Es hat sich mehr als gelohnt.


Digitale Transformation in der Medizin ist mehr als Telemedizin

Vor ca. 15 Jahren hatte ich eine Telemedizin-Studie für eine Würzburger Facharzt-Praxis gemacht. Jetzt ist es glaube ich wieder einmal an der Zeit den digitalen Transformations-Prozess in der Medizin-Branche genauer unter die Lupe zu nehmen. Was ist passiert? Was ist so gelaufen, wie von Experten vorausgesehen wurde, was nicht? Was ist stand der Dinge "state of the art" -- z. B. mit Computergestützten Diagnose-Modellen, siehe auch meine Diagnose-Theorie.

Warum ich eigentlich auch in die Allgemein-Arzt-Praxis ging war folgendes: Mich interessiert die Frage ob und auch warum in diesem Jahr die Grippe- bzw. Erkältungswelle so gelaufen ist. Waren wirklich mehr Menschen krank? Warum? Oder war das nur Medien-Geblubber bzw. falsche Beobachtung meinerseits.


Sonntag, 29. Jan. 2016
Kei' Wunder bei dem Wetter. Gestern hats auch mich erwischt. Schnupfe, Huste: Modder mei Dropfe. Gottseidank könnt' ihr mei Gebell in dem Augenblick nit hör. Es brennt in der Luftröhre. Ich kulch und kulch. So richtig trocke. Des schmerzt a scho.

Bildergebnis für meditonsin
Der Trend geht zur SelbstTherapie
Da seht ihr meinen Krankheitsverlauf. Und ich bin mein eigener Doggter, so soggter.

Bildergebnis für meditonsin

Mei alts Aspirin, des mir mal der Bilanz-Kontrollör aus den USA mitgebracht hat, funktioniert immer noch und viel billicher. Und das Meditonsin hilft auch. Und dann kommt wegen dem Zug auf der Brücke wieder der Hexenschuß raus. Dunnerkeil. Heut is nix mit Nordic Walking. Läfft ohne mich nach Randsacker. Giemaul-Fasching ade. Auch einen Brückenheiligen kanns erwisch.
 


Samstag, 28. Januar 2017

Erbarmen - die Hesse komme. Stau- und Klau-Stadt Würzburg

Zusammenfassung in Kürze: Herr L. ist auf der Meebrücke beklaut worn. Es is awer gut ausgange. Der Klau-Typ (Dieb) war nicht nur Frankfurter, sondern ein Profi, vermutlich mit ein(er) Komplizin, e Bärle halt.  Herr L. hat mich beeindruckt, wie er als Fahnder-Profi den Frankfurter Geldbeutel-Dieb mürbe gemacht hat, hat auch die Karte "Polizei" ausgespielt. Nur die Würzburger außenherum haben nicht gespannt, was da vor sich geht, manche sogar Herrn L. beschuldigt, er möge sich doch für seine Anschuldigungen entschuldigen. Der Dieb hat sich als Opfer und "Ausländer" in Szene gesetzt und die Leut' erkennen das Spiel nicht. Der Geldbeutel ist dann wie wundersam wieder hinter den Flaschen in einem Weinregal aufgetaucht. Schad, dass ich kein Foto vom "Frankfurter" habe schießen können. Und die Lehr von der Geschicht: Traue keinem Frankfurter in Würzburg nicht. Offensichtlich weicht die Diebstahl-Szene in Frankfurt auf die Region Mainfranken aus. Wir sind Teil der Metropolregion Rhein-Main, ob wir wollen oder nicht. Wir sind's.

Ein paar Details:
Ich war widda emal auf der alte Meebrück'. Gut ich bin scho öfters drinn: beim Jan Endres in seiner "Mainmühle", wo's die gude Wörschtli gibt. Un zwor im Kipf - mit Sempf. Da trifft mer ganz interessande Leut. Zum Beispiel heut' jemand vom Niederrhein, a hübsch Mädle. So 30. Schwarze Haar. Feuerige Augen. Wie eine Mexikanerin. Einfach aus dem Bilderbuch. Ich sag's Euch: Ihr hätt gedenkt, des is des Schneewittchen - awer die künnt ja vo Lohr.

Alte Mainbrücke von AnnoDaZumal. Leiterwächele Schubkarrn und die Leut.

Dann wor ich a im "Mainwein". Der Hannes war a da. Red awer preussisch. Der wor a dabei als die den L. beklaut ham. Der wor e Bolizist. Halt a hochs Dier. Ganz owe. Chef, von dem Amt. Vor a baar Daach wor der zwische' dem Köhler un dem Mainwein, die Weinschenke von dare GWF, kann mer ruhich sach. Und der L. kramt in seiner Dasche rümm. Sücht sein Galdbeud'l. Ich hab' schöe Grüss Gott g'sacht. "Mir fehlt der Geldbeut'l". "Süchst Dein Galdbeud'l." Er iss nur e  bissle meschugge, awer konzentriert. I hab gedacht, den dürfste jetz nit stör und volllaber. Dar wäss wos er mächt.


Ich geh nein Mainwein. Zur Theke. Die Mädli worn beschäftigt. Ich gewart. "E Achtele Pinot noir." Ich muss no Audo fahr. "Willst Du wirklich den noir?", frächt sich mich. "Sonst trinkste doch immer den blanc." Jetzt bringt mich schon die Frag aus meim Konzept. Weil ich denk üwer den Polizei-Präsident nach.  Was iss jetzt wieder welcher? Ich kram mei Franzöisch raus, war auf'm ganz annere Gedanke.

So jetzt muss I noch e bissle schneller erzähl. Nix Details un Einzelheide. (awer es kommt doch wider aus die Details an) Ich schreib owe en Abstract. ... irgenwann emal.

Sonntag, 11. September 2016

Was ist der Blog "Die Brückenheiligen" - Die "Tochter"-Seite der Giemaul-Post

Autor: Gerhard Brand, Würzburg

Um Gottes Willen - in dem Post steht ja überhaupt nix drin:

Mit dem Blog "Die Brückenheiligen" wollten wir uns eigentlich eine Spielwiese schaffen. Wir wollten irgendwo schreiben, öffentlich, aber doch nicht so vor einem großen Publikum. So dass es jeder in der Gruppe lesen kann. Und daraus ist dann der Blog über die "Brückenheiligen" geworden, quasi als Tochter der Giemaul-Post und der Meeviertelnews zusammen.

Bildergebnis für alte mainbrücke, würzburg
Alte Mainbrücke in Würzburg. Ort der Handlung bis spät in die Nacht und bis es richtig kalt wird. (Autor: Gerhard Brand)

Es geht also um die "baar Meder" zwischen Meeviertel und Domstraße -- die alte Mainbrücke in Würzburg. Festungsblick inklusive. Es Käppele a. Beide spiegeln sich nachts im Mee. Und wenn ich über die Brüstung nüwerguck in den Mee nei, da muss ich öfters an den "Alde Freieisen denk, den Pfeifeisen", wie er fast über die das Wehr bei Hochwasser nüwer is. Und mit vereinten Kräften haben wir das Motorboot, das ohne Sprit war, doch noch an Land drängen und paddeln können.

"Gel, da is es schö' und da könne mer a emal verregg. Gel Jürgen".

Eigentlich wollte ich ein Liebesgedicht schreiben, mach ich a noch. Aber ich hab a paar G'schichtli und Neuigkeiten berichtet, die so darstellen, was auf der Brücke los ist. Was so abgeht in aller Öffentlichkeit. Nix schlimmes. Schöne G'schichtli erlebt mer dort. Mer braucht gar kee Alkohol, e oder zwä Schorli und die Welt sieht wieder "rosig" aus. Wenn mer nur zuhört und beobacht.

Montag, 15. August 2016

Alte Mainbrücke mit Brückenheiligen: Totentanz überwunden

Alte Mainbrücke mit Brückenheiligen: Totentanz überwunden


Autor: Bendel-Horst

Zweimal, im 14. und 15. Jh., werden die hölzernen Vorgänger der Mainbrücke vom Hochwasser fortgerissen, und erst Anfang des 17. Jh. ist sie aus Stein. Die hölzerne Zugbrücke, die sie damalig immer noch mit der Innenstadt verbindet, wird ganz zuletzt im 19. Jh. durch einen Schwibbogen ersetzt. Warum sie daher, erst jetzt vollständig steinern beide Stadtteile verbindend, Alte Mainbrücke heißt, weiß der Teufel.
Das Schicksal der Brückenheiligen war sprichwörtlich verteufelt: 1912 hat man die alten Figuren zerschlagen und als Straßenschotter verwendet. Wieder restauriert, wurden sie am 16. März 1945 im 2. Weltkrieg wiederum schwer beschädigt und dienten dem Würzburger Künstler Wolfgang Lenz als Versinnbildlichung des „Totentanz“. Heute, vollständig restauriert, sind sie wieder ein Blickfang.
Ihr einzigartiges Flair verdankt die Alte Mainbrücke mit ihren Brückenheiligen einem augenfälligen Panorama. In die Stadt hinein, die Brückenheiligen mit der Brückenflucht: Alte Mainmühle – MainWein – Wöhrl-Kaufhaus im alten Häuser-Stil – am Vierröhrenbrunnen vorbei – bis zum mächtigen Dom. Aus der Stadt hinaus, die Brückenheiligen mit der Brückenflucht: – bis zum frühklassizistischen, spätgotischen Spitäle – umrahmt vom Main und seinen sprudelnden Gefällen – dem schilfbewachsenen Schrägwehr und seiner Schleuse – sowie der greifbar nahen Talkrone, der Festung. Auch das Barocke Käppele fällt neben der Festung im Blickwinkel noch ins Auge. Dieses Panorama hätte allein schon ein Kulturerbe verdient.
Wenn die Sonne im Sommer flirrend über der Stadt liegt und man betrachtend über die Brücke schlendert, ist manchmal ein charakterisierender Geruch wahrzunehmen, den schon Leonhard Frank in seinem Würzburg-Roman „Die Räuberbande“ bemerkt hat: „Es riecht nach Wasser, Teer und Weihrauch.“
Erst jetzt, im 21. Jh., hat die Brücke mit den Brückenheiligen ihre wirkliche Bestimmung erfahren: Sie ist der Kulminationspunkt und Kommunikationstreff für „Schoppenpfetzer“ und Genießer dieses einmaligen Panoramas. Zur Unterscheidung zu den Brückenheiligen werden die Bevölkernden (nicht abwertend) in einem Schmunzelgedicht „Schein-Heilige und Brückenschwalben“ genannt. Denn sie alle können noch Heilige werden – wer weiß das schon!

Die Brückenheiligen, die sich in 6er-Reihe gegenüberstehen, einer südlichen und nördlichen Reihe, stammen aus dem 18. Jh. Wenn man aus der Stadt kommt, stehen rechts, nördlich, Richtung „Meeviertel“: Pipin, Friedericus, Josephus, Nepomuk, Borromäus und Karl der Große – links, südseitig: Totnan, Kilian, Franconia, Colonat, Burkard und Bruno.

Die südliche Reihe, links stadtauswärts:
Kilian, Totnan und Colonat, irische Wandermönche, Märtyrer und Frankenapostel, haben nach einer Legende die Franken Ende des 6. Jh. angeblich christianisiert und sind daselbst gemeuchelt worden. Diese Geschichte wurde und wird in Würzburg oft als unumstößliche Tatsache erzählt, erschien mir aber schon als Jugendlicher sehr zweifelhaft, weil 1. der Mordbefehl von einer Frau gegeben wurde, und 2. dieselbe auch noch „Geilana“ hieß. 
Franconia mit dem Sternenkranz, die Versinnbildlichung Marias, ist die Patronin Frankens. Burkard war Herr der ersten Bischofskirche Würzburgs, der Marienkirche auf dem Festungsberg und Gründer eines Benediktinerklosters an der Stelle der heutigen Burkarduskirche hinter der Alten Mainbrücke stadtauswärts im Meeviertel. Bischof Bruno von Würzburg gilt als Begründer des Dombaus im 11. Jh.

Die nördliche Reihe, rechts stadtauswärts:
Ppin, war Vater Karls des Großen, der auf dieser Seite an letzter Stelle steht. Sie gelten als Begründer des Frankenreiches. Friedericus und Borromäus sind Namenspatrone des
Stifters und haben mit Franken nichts zu tun. Josephus mit dem Jesuskind sind Maria (Franconia) gegenübergestellt. Nepomuk wird als Brückenschutzpatron verehrt.

Sonntag, 14. August 2016

Die Alte Mainbrücke - Neuigkeiten

Autor: Gerhard Brand, M.Sc. (University of Colorado - das ist in diesem Fall wichtig, weil ich etwas mehr die Feinheiten der Englischen Sprache heraushöre)


Montag, Maria Himmelfahrt oder "Maria flieg in die Luft", 15. August 2016

Ein wenig Blasphemie gehört auch an Maria Himmelfahrt auf die Alte Mainbrücke. In unserer Familie in Thüngen heißt der Feiertag schlicht "Maria flieg in die Luft". Warum? Ein französischer Kriegsgefangener der im 1. oder 2. Weltkrieg auf unserem Hof gearbeitet hat, um die Arbeitskraft der eingezogenen Söhne zu ersetzen, die für Freiheit, Ehre und Vaterland kämpften und auch ihr Leben ließen, konnte sich den Namen des Marien-Feiertags nicht auf Deutsch merken. Warum auch, es gibt ja so viele davon. Dann bezeichnete er den Tag als "Maria flieg in die Luft", frei übersetzt für Maria Himmelfahrt.

Mit einer überaus attraktiven Oberpfälzerin aus Regensburg konnte ich mich intensiv über die "Stoanerne Brugg" (zu Deutsch: Steinerne Brücke) in Regensburg unterhalten. Dort wo sie auf die Thundorfer Straße trifft, ist sie besonders schön. Ich habe ihr auch eine kleine wahre Geschichte aus meiner Regensburger Studentenzeit erzählt. Wir wollten auf der Thundorfer von einer Bordsteinschwalbe auf unseren Studentenausweis Rabatt. Sie ganz wütend hat mit ihrem Stöckelschuh auf meinen roten NSU-Sport-Prinz eingetreten. Der hohe Absatz blieb in der rostigen Türe hängen.

Wir waren uns auch darin einig, dass die Alte Mainbrücke mit die schönste alte Brücke in Deutschland ist. Denn die gibt es massenweise -- z.B. in Bamberg, Nürnberg, Ochsenfurt und Kitzingen in der Würzburger Umgebung gehäuft, wenn man auch noch die Brücke in Bronnbach dazu zählt. (unter Wikipedia "mittelalterliche Brücken") findet man viele Brücken z.B. in Wetzlar, Frankfurt usw.
Das ist der Punk von der "Alten Mainbrücke" in Würzburg

Die Tänzer vor den Heiligen auf der Alten Mainbrücke machen Stimmung

Sonntag, 14. August 2016

Gestern Abend war die alte Mainbrücke ziemlich voll - es gab rund um die Mainmühle kaum ein Durchkommen. Eine kleine Musikgruppe schafft es, die Brückenheiligen zum Tanzen zu bewegen. Auf der Meeviertel-Seite war es weniger bevölkert, die Brückenheiligen standen ruhig und bewegungslos. Nur einer sammelte Geld ein -- wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.

Mittwoch, 7. September 2016

Freundle, wie die Zeit vergeht. Mit B.B. war ich vor einigen Tagen auf der "Old Bridge", as the Americans say. Wir waren also im Main-Wein und haben ein Blanc Noir-Schorle mit Eis und einen prickelnden Schwarz-Burgunder Secco uns genehmigt. Dann sitzen da zwei Japanerinnen. BB sagt, "Gerhard quatsch die mal an". Als älterer erfahrener Onkel, der schon ein paarmal die Finger von Japanerinnen gelassen hat, probiers halt. Die jüngere spricht "heaven sei Dank" Englisch aber sehr gebrochen. "We bought horses in the Netherlands." Aha. En Haufe Geld, wenn die von Japan nach Europa kommen um Pferde zu kaufen. Die Ältere kann weder Deutsch, noch Englisch noch Französisch, halt nur Japanisch.

Und ich"Why did you come to Würzburch?" Sie, die jüngere: "because I was here at the Bridge two years ago." Kommt also aus Amsterdam extra zwei Tage nach Würzburg, um auf die "Alte Mainbrücke" zu gehen. Und auf einmal taut mein Neffe BB auch auf: Er quatscht auf Japanisch mit der Japanischen Pferde-Züchterin. Solche Geschichtli sind täglich auf der Brücke erlebbar.

Donnerstag, 8. September 2016

Und das mit dem Japanisch geht heute noch weiter. Jeder, der oder die eine halbe Stunde auf der "Old Brigde" gewesen ist kennt ihn. Es ist der täglich neu und kreativ angemalte Punk, ich nenn ihn mal Mikado, weil er fließend Japanisch spricht. Gestern habe ich mich mit ihm so gegen 11 Uhr abends unterhalten, was er so macht, wo er wohnt, womit er sein Geld verdient, außer auf der "Old Bridge" zu schnorren. "Leih mer emal a Mark". Fürs Foto von ihm hat er 2 Euro bekommen - von mir. Deshalb kann ich es auch hier hochladen. Wenn ichs kann. Und der Punk sagt, er übersetzt vom Japanischen ins Chinesische. Ich gläbs.

Dann kam ein Mann dazu. Er wollte wissen, wann die Bordsteine hochgeklappt werden. Und dann hab ich ihm auf die Nase zugesagt, dass er hervorragend Deutsch spricht, man aber noch hört, dass er Holländer ist. "Ich habe mich mit Franz meinem Freund hier in der Mitte getroffen und Golf gespielt. Er kommt aus Wien und ich aus Amsterdam. Das machen wir schon 6 oder 7 mal. Ist schön hier. Ich habe auch sonst in Würzburg halt gemacht. Dann ist die Fahrzeit nicht so anstrengend nur noch 400-500 Kilometer." Treffen sich ein Holländer und ein Wiener, um in Würzburg Golf zu spielen. Da muss doch was an der Stadt dran sein. Oder?

Und übrigens der Punk und der Holländer haben sich auf Japanisch unterhalten.

Montag, 12. September 2016

Ich bin ja wieder mal gespannt, welche Narren sich in der Main-Post wieder mit Leserbriefen zur Alten Mainbrücke zu Wort melden. Wieder mal einer aus Miltenberg oder Üchtelstücht, um mir zu erklären, warum ich als Radfahrer mir als Schoppenfetzer ausweichen soll. Je weniger die Leserbriefschreiber durchblicken, umso lauter schreien sie die Radfahrer sollen doch gefälligst über den Main schweben. So an den wirklichen Problemen des Würzburger Straßenverkehrs vorbei wie diese unselige Leserbrief-Kampagne in der Main-Post kann es gar nicht gehen.

Beispiel STRAMU: Da sind gefühlte Millionen über die alte Mainbrücke geradelt und andere haben Schoppen getrunken. Wunderschönes Wetter, witzige Leute und natürlich hier und da mal hingeglotzt, hinte nachgschaut. Fremde, Würzburger, Sommerhäuser und auch ab und zu jemand aus MSP. Um ehrlich zu sein, so viele Schweizer wie diesmal in Würzburg waren, um gute Musik zu hören, habe ich noch nicht gesehen. Alle mit denen ich gesprochen habe, waren begeistert, viele mehr als begeistert. Die zwei Mädels aus Oldenburg wollten schon nach Würzburg auswandern. Der Schweizer ist schon früh am Sonntagmorgen mit seiner Kamera rund um den Wöhrl und hat die Judensteine fotografiert. Die Handballertruppe aus dem Sauerland tranken nicht nur ihr gewohntes "Pilzken", sondern versuchten sich auch mit Frankenwein. "Oh ist das schön bei Euch", sagte eine der drei Frauen unter ca. 30 Handball-Männern. Na gut eher Handball-Oldies.

Und keiner der STRAMU- und Brücken-Besucher wurde von einem Fahrrad-Fahrer totgefahren wie auf der A3 oder A7. Jeder Radler auf der Brücke ist einfach abgestiegen und dort, hat sich wo weniger Betrieb war halt wieder aufs Radl geschwungen. Punkt.
Oder hat schon jemand einen Leserbrief geschrieben, die Autofahrer sollten auf der Löwenbrücke aussteigen und ihr Auto rüberschieben?