Samstag, 17. Februar 2018

Mir hömm en neue Bischof - und der "Alde", der Hoffmann, der wird auf der Brügge verewicht

Autor: Gerhard Brand, M.Sc., Würzburg

Ein neuer Kilian - auf der alten Mainbücke


Eine wichtige Frage ist, wie hält es der neue Bischof mit der Ökumene und eventuell auch: welche anderen Religionen sind für ihn relevant.


Auch ist das vergangene Jahr 2017 keineswegs abgeschlossen:    500 Jahre Luther. Und auch 400 Jahre Julius Echter in Franken. Bei runden Jubiläen ist es so üblich, dass man über die Vergangenheit nachdenkt: Geburtstage, Todestage, Feuerwehrfeste ....Wir haben uns auf der Brücke mal umgehört. Ein rumänischer Bauarbeiter hatte es sich mit seinem Bier unter dem Nepomuk gemütlich gemacht. Er spricht ganz gut Deutsch, wenn man bedenkt, dass er erst drei Jahre in Deutschland ist. Er hat die deutsche Sprache schon etwas von den Siebenbürgern in seiner Heimat gelernt. Luther, meint er, kennt er. „Der war doch ein König oder so was“. Und mit Religion kann er schon was anfangen, denn er geht schön brav in die orthodoxe Kirche oben am Zeller Berg.

Es ist der „Anschlag der Thesen“ den viele unserer Gesprächspartner auf der Alten Mainbrücke mit dem Lutherjahr verbinden.

„Bei Luther denke ich an die Thesen, die er an die Kirchentür gehängt hat....“ so ein 56-jähriger aus der Nähe von Schweinfurt. Oder eine 65-jährige Geschäftsführerin aus dem nahen Baden-Württemberg meinte “...und den Thesenanschlag kenne ich logischerweise.“ Auch die Medizinstudentin, 27 Jahre jung, kommt aus der Nähe von Berlin: „Die Thesen sind von ihm und er war damit der Gründer der evangelischen Kirche.“ Klar: Sie ist evangelisch getauft und konfirmiert. Da muss sie das wissen, meinte sie. Und in der Ex-Ostberlin ist das schon seltener. Dort ist noch immer der Anteil der lutherischen Amtskirche in der Bevölkerung auf historischem DDR-Niveau, die preussiche Religionstradition ist vom realen Sozialismus verschüttet. Am zweithäufigsten wird Luther als „Rebell“ gesehen. „Er leistete Widerstand gegen die Machenschaften der Kirche und deren Pfründe“. „Er war durchaus ein Rebell.“

Und Julius Echter? Wie steht es um das historische Bewußtsein und die Geschichtskultur, die damit verknüpft ist? „Er war Fürstbischof und hat z.B. das Juliusspital gegründet...er war aber auch so unchristlich und hat die eigene Stadt mit Kanonen beschossen.“

Wir waren nicht dabei, aber es wird schon der Wahrheit entsprechen. Und damit sind wir bei einem Knackpunkt historischen Bewußtseins angelangt: Entspricht das was die Leute über historische Persönlichkeiten der Wahrheit oder ist es unwahr, stark verzerrt oder nur böser Tratsch? “Julius Echter ist 1617 gestorben. Und ich glaube 1576 geboren. Er war in Mainfranken der Gegenreformator. Er hat die Stiftung Juliusspital gegründet.“ oder „Ist der nicht ermordet worden? Er war eigentlich Fürstbischof. Und als Fürstbischof war er auch ein Bauherr in Würzburg.“ Diese Fakten sind den Einheimischen in Würzburg durchaus geläufig. Sie stimmen weitestgehend und man kann schön noch was dazudichten. Dichtung und Wahrheit sind oft nicht deckungsgleich. Und G`schichtli aus der Würzburger Geschichte lassen sich auch gut verkaufen. Das wissen die Gästeführer doch zu genau. Die Nachwächter auch. Manche -- vor allem Studenten -- kennen Julius Echter auch nur vom Echter-Bier der Hofbräu oder als Bild aus dem WLAN der Uni. Das ist auch unsere Geschichtskultur nicht nur das Denkmal auf der Juliuspromenade.





Freitag, 9. Februar 2018

Homo Deus: In the Year 2525 (Exordium & Terminus)

In the Year 2525 (Exordium & Terminus)


Bildergebnis für zager & evans




In the year 2525
If man is still alive
If woman can survive
They may find
In the year 3535
Ain't gonna need to tell the truth, tell no lie
Everything you think, do and say
Is in the pill you took today
In the year 4545
You ain't gonna need your teeth, won't need your eyes
You won't find a thing to chew
Nobody's gonna look at you
In the year 5555
Your arms hangin' limp at your sides
Your legs got nothin' to do
Some machine's doin' that for you
In the year 6565
You won't need no husband, won't need no wife
You'll pick your son, pick your daughter too
From the bottom of a long glass tube
In the year 7510
If God's a-coming, He oughta make it by then
Maybe He'll look around Himself and say
Guess it's time for the judgment day
In the year 8510
God is gonna shake His mighty head
He'll either say I'm pleased where man has been
Or tear it down, and start again
In the year 9595
I'm kinda wonderin' if man is gonna be alive
He's taken everything this old earth can give
And he ain't put back nothing
Now it's been ten thousand years
Man has cried a billion tears
For what, he never knew
Now man's reign is through
But through eternal night
The twinkling of starlight
So very far away
Maybe it's only yesterday
Songwriter: RICHARD LEE EVANS


Im Jahr 2525 (Exordium & Terminus) Zager und Evans
In the year 2525 If man is still alive If woman can survive They may find
Im Jahr 2525 Wenn der Mensch noch lebt Wenn Frau überleben kann Sie können finden
In the year 3535 Ain't gonna need to tell the truth, tell no lie Everything you think, do and say Is in the pill you took today Im Jahr 3535 Ich muss nicht die Wahrheit sagen, keine Lüge erzählen Alles was du denkst, tust und sagst Ist in der Pille, die du heute genommen hast
In the year 4545 You ain't gonna need your teeth, won't need your eyes You won't find a thing to chew Nobody's gonna look at you Im Jahr 4545 Du brauchst deine Zähne nicht, brauchst deine Augen nicht Sie werden nichts finden, was Sie kauen können Niemand wird dich ansehen
In the year 5555 Your arms hangin' limp at your sides Your legs got nothin' to do Some machine's doin' that for you
Im Jahr 5555 Deine Arme hängen an deinen Seiten Deine Beine haben nichts zu tun Eine Maschine macht das für Sie
In the year 6565 You won't need no husband, won't need no wife You'll pick your son, pick your daughter too From the bottom of a long glass tube
Im Jahr 6565 Du wirst keinen Ehemann brauchen, keine Frau brauchen Du suchst deinen Sohn aus, suchst auch deine Tochter aus Von der Unterseite einer langen Glasröhre
In the year 7510 If God's a-coming, He oughta make it by then Maybe He'll look around Himself and say Guess it's time for the judgment day Im Jahre 7510 Wenn Gott kommt, sollte Er es bis dahin schaffen
Raten Sie, es ist Zeit für den Tag des Gerichts
In the year 8510 God is gonna shake His mighty head He'll either say I'm pleased where man has been Or tear it down, and start again
Im Jahr 8510 Gott wird Sein mächtiges Haupt erschüttern Er wird entweder sagen, ich bin zufrieden, wo der Mensch gewesen ist Oder reiß es ab und fange von vorne an
In the year 9595 I'm kinda wonderin' if man is gonna be alive He's taken everything this old earth can give And he ain't put back nothing
Now it's been ten thousand years Man has cried a billion tears For what, he never knew Now man's reign is through

But through eternal night The twinkling of starlight So very far away Maybe it's only yesterday
Im Jahr 9595
Ich frage mich, ob der Mensch noch am Leben ist Er hat alles genommen, was diese alte Erde geben kann Und er wird nichts zurückgelegt Jetzt sind es zehntausend Jahre Der Mensch hat eine Milliarde Tränen geweint Für was, er wusste es nie Jetzt ist die Herrschaft des Menschen abgeschlossen Aber durch die ewige Nacht Das Funkeln des Sternenlichts Also sehr weit weg Vielleicht ist es erst gestern Songwriter: RICHARD LEE EVANS

Im Jahr 2525 (Exordium & Terminus) Zager und Evans Im Jahr 2525
Wenn der Mensch noch lebt Wenn Frau überleben kann Sie können finden Im Jahr 3535 Ich muss nicht die Wahrheit sagen, keine Lüge erzählen Alles was du denkst, tust und sagst Ist in der Pille, die du heute genommen hast Im Jahr 4545 Du brauchst deine Zähne nicht, brauchst deine Augen nicht Sie werden nichts finden, was Sie kauen können Niemand wird dich ansehen Im Jahr 5555 Deine Arme hängen an deinen Seiten Deine Beine haben nichts zu tun Eine Maschine macht das für Sie Im Jahr 6565 Du wirst keinen Ehemann brauchen, keine Frau brauchen Du suchst deinen Sohn aus, suchst auch deine Tochter aus Von der Unterseite einer langen Glasröhre Im Jahre 7510 Wenn Gott kommt, sollte Er es bis dahin schaffen Vielleicht wird er sich umsehen und sagen Raten Sie, es ist Zeit für den Tag des Gerichts Im Jahr 8510 Gott wird Sein mächtiges Haupt erschüttern Er wird entweder sagen, ich bin zufrieden, wo der Mensch gewesen ist Oder reiß es ab und fange von vorne an Im Jahr 9595 Ich frage mich, ob der Mann noch am Leben ist Er hat alles genommen, was diese alte Erde geben kann Und er wird nichts zurückgelegt Jetzt sind es zehntausend Jahre Der Mensch hat eine Milliarde Tränen geweint Für was, er wusste es nie Jetzt ist die Herrschaft des Menschen abgeschlossen Aber durch die ewige Nacht Das Funkeln des Sternenlichts Also sehr weit weg Vielleicht ist es erst gestern
Songwriter: RICHARD LEE EVANS
Bildergebnis für zager & evans

Samstag, 27. Januar 2018

Der Frühlings-Trend 2018 auf der "Brügge": Ultra Shiny Lips und Lippgloss

Glossy Lips

Quelle: © Bereitgestellt von Burda Hearst Publishing GmbH Glossy Lips
Autor: Gerhard Brand


Auch auf der "Würzburger Brügge" ist der Beauty-Trend der 00er Jahre ist zurück und sichtbar - nicht nur in der angrenzenden Abteilung "Schönheit" im Wöhrl nebenan: Wir schminken unsere Lippen wieder glänzend und voluminös. Nach einer kleinen Pause hat die globale Welle wieder Mainfranken erreicht. Lipgloss 2018 feiert ein Revival.

Und hier Artikel aus ELLE vom 27. Jan. 2018 von Antonia Zahn

Lipgloss: der Ultra-Shiny-Trend vom Runway

Was haben Gucci, Valentino, Christian Dior und Mother of Pearl gemeinsam? Ganz einfach: Sie setzen alle auf ultra shiny Lippen. Dabei arbeiten die größten Labels am liebsten mit der durchsichtigen Variante. Der Effekt: Volle, glänzende und voluminöse Lippen à la Britney Spears live on Stage.

So schminkst du dir Ultra-Shiny-Lips richtig

Wer bei dem Wort Lipgloss direkt an Haare denkt, die nach einem kleinen Windstoß direkt an den Lippen kleben bleiben, kann sich jetzt beruhigen. Die neuen Texturen sorgen dafür, dass Lippen nicht mehr zusammen pappen und sind wesentlich pflegender. Für ein perfektes Ergebnis am besten die Lippen erst mit einem Lipbalm eincremen und dann den Lipgloss benutzen. Wer sich noch mehr Volumen wünscht, greift zu speziellem Gloss, der die Lippen stimuliert und so für einen zusätzlichen Boost-Effekt sorgt.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Was macht ihr an Sylvester? - z.B, über Deutschland nachdenken wie es Augstein im Spiegel getan hat.

Was macht ihr an Sylvester - das hatte ich über diesen Blog gefragt. Jakob Augstein hat an Sylvester und schon vorher eine Kolumne geschrieben und am 1.1.2018 im Spiegel veröffentlicht. Er listet darin die Probleme in Deutschland auf - Punkt für Punkt. Und all diese Probleme haben eine eindeutige Ursache: Staatsversagen.

Ordnung und Sauberkeit so sieht sich Deutschland gerne. Alles funktioniert. Und doch ist die Beschreibung Bananenrepublik nicht von der Hand zu weisen.

Hier sind fünf Dinge, die in Würzburg und Mainfranken nicht funktionieren, und die 2018 besser werden müssen:


  • Die Stadt und der Staat schlampt bei der Sicherheit seiner Bürger.
  • Die Stadt und der Staat sorgen nicht für die digitale Zukunft vor.
  • Der Stadt und der Staat tut zu wenig für die Bildung.
  • Der Stadt und der Staat behindert die Mobilität der Deutschen.
  • Der Stadt und der Staat duldet die krasse Ungerechtigkeit im Land.




Willkommen im Jahr 2018. Ein neues Jahr für die BRD - die Bananenrepublik Deutschland. Sie finden das überzeichnet? Weil Deutschland sich doch unter den Ländern dieser Welt durch Ordnung und Sauberkeit auszeichnet? Und weil hier alles so gut funktioniert?


Wenn Sie das so sehen, liegt es vielleicht daran, dass Ihre Ansprüche so heruntergekommen sind wie das ganze Land. Genügsamkeit ist im privaten Bereich ja durchaus eine angenehme Eigenschaft. Aber wenn eine ganze Gesellschaft zu genügsam ist, kann das übel enden. Die Wahrheit ist: Die Deutschen haben sich an zu vieles gewöhnt. Sie sind zu anspruchslos.

Drehen wir den Spieß doch einmal um und machen aus 2018 das Jahr der guten Vorsätze - für Deutschland. Denn warum sollen wir uns selbst so viel abverlangen und erwarten so wenig von unserem Staat?

Es hält sich hartnäckig ein falsches Bild von Deutschland. Als die "Bild"-Zeitung die Bundeskanzlerin einmal fragte, was ihr zu Deutschland in den Sinn komme, antwortete diese unter anderem: "Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen."


Das war einer der wenigen Sätze, die von Angela Merkels Kanzlerschaft übrig bleiben werden. Ein bemerkenswert schlichter und genialer Satz. Jeder wusste, was die Kanzlerin meint: Deutschland funktioniert. Dabei stimmt das gar nicht.

Hier sind fünf Dinge, die in Deutschland nicht funktionieren, und die 2018 besser werden müssen:


Sicherheit: Die körperliche Unversehrtheit seiner Bürger zu garantieren ist die wichtigste Aufgabe des Staates. Aber wie sicher ist Deutschland?

Die NSU-Morde sind nicht vergessen, die berüchtigte Silvesternacht von Köln, der Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz, die G20-Krawalle aus Hamburg. Im kollektiven Gedächtnis häufen sich die Fälle von staatlichem Versagen. Meistens steht dahinter Behördenwirrwarr oder Überarbeitung.

Es ist eine bittere Erkenntnis: viel zu oft wird unsere Sicherheit durch schlechte Verwaltung oder staatlichen Sparzwang aufs Spiel gesetzt.

Bildung: Eltern Schulpflichtiger brauchen keine Statistiken über den deutschen Bildungsskandal zu lesen. Sie wissen auch so, dass überall das Geld fehlt: Gebäude, Ausstattung, Personal - für ein so reiches Land wie Deutschland ist die Situation an den Schulen grotesk. Das gilt natürlich nur für staatliche Schulen. Wer es sich leisten kann, entzieht sich dem staatlichen Sparwahn und bringt seine Kinder auf Privatschulen in Sicherheit. Darum ist die deutsche Bildungspolitik so unsozial. Um nur den Durchschnitt der OECD-Länder zu erreichen, müsste Deutschland jedes Jahr 30 Milliarden Euro zusätzlich in sein Bildungssystem investieren.

Digitalisierung: Es gab im Bundestagswahlkampf nur eine Partei, die Digitalisierung in den Mittelpunkt ihrer Wahlkampagne gerückt hatte: die FDP - aber die wollte dann bekanntlich doch lieber nicht regieren. Das ist symptomatisch. Deutschland ist ein digitales Entwicklungsland und die Politik kümmert sich einfach nicht. Was den Ausbau des Glasfasernetzes angeht - also der schnellen Datenleitungen - liegt Deutschland irgendwo ganz weit unten, vor Griechenland und Belgien, aber weit, weit hinter Ländern wie Slowenien, der Türkei, oder Ungarn. Der DIHK schätzt den Investitionsbedarf für den flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland in den nächsten zehn Jahren auf bis zu 100 Milliarden Euro.

Mobilität: Der Berliner Flughafen und der Stuttgarter Bahnhof sind die bekanntesten Beispiele absurder Pyramidenprojekte der deutschen Verkehrspolitik. Jetzt ist noch die ICE-Trasse zwischen München und Berlin hinzugekommen, auf der nach einem Vierteljahrhundert Planung und Kosten von zehn Milliarden Euro die Züge dennoch nicht pünktlich fahren.

Aber Fehlplanungen und Inkompetenz sind nur das eine Problem - das viel größere ist die Abwesenheit einer zukunftsorientierten Infrastrukturpolitik. Mobilität für alle - das ist eine grundlegende Bedingung einer freien Gesellschaft. Aber der deutsche Staat hat sich auch hier zurückgezogen. Brücken, Straßen, Schienen, Kanäle - der Investitionsstau ist gigantisch. Finanzminister Wolfgang Schäuble ist stolz auf seinen ausgeglichenen Haushalt. In Wahrheit nimmt er Schulden bei kommenden Generationen auf.

Ungerechtigkeit: Das schlimmste Staatsversagen betrifft die Ungerechtigkeit. "Manche sprechen gar von einem Riss, der durch unsere Gesellschaft geht", sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Neujahrsansprache. Was für ein Hohn! Es war ja Merkel, die das Auseinanderdriften der deutschen Gesellschaft zuließ. Wenn es um den Abstand zwischen Gutverdienern und Einkommensschwachen geht, dann ist Deutschland laut einer Untersuchung von Forschern um den französischen Ökonomen Thomas Piketty wieder im Jahr 1913 angekommen. Das sozialdemokratische Jahrhundert - verweht. Und was die Vermögen angeht: die Reichen bleiben reich, die Armen werden es nicht.


In Deutschland werden ungefähr 400 Milliarden Euro im Jahr vererbt. Die Steuereinnahmen daraus belaufen sich aber nur auf lächerliche 4 Milliarden - ein Prozent. Der Grund sind die großzügigen Ausnahmen für Unternehmen. Es gibt so viele solcher Statistiken, jeder kennt sie. Aber die Empörung bleibt aus.

Die deutsche Misere hat zwei Namen: Missmanagement und Sparwahn. Unsere Verwaltung ist längst nicht mehr so gut wie ihr Ruf. Und der Fetisch des ausgeglichenen Haushalts verhindert Investitionen wo sie dringend nötig wären. Willy Brandt wurde einst Kanzler mit der Forderung: Mehr Demokratie wagen! Das kann nie schaden. Aber im kommenden Jahr sollte Deutschland einem anderen Motto folgen: Mehr Staat wagen.